Zu 100. jährigen Bestehen der FFW Altenau

Es ist schon vieles über dieses und jenes Bestehen von Vereinen und Organisationen geschrieben wurden, deshalb nehmen wir dieses zum 79. und führen es fort: Die Freiwillige Feuerwehr der Bergstadt Altenau ist kein Club oder Verein, sondern eine durch gesetzliche Bestimmung geschaffene Einrichtung der Bergstadt zum Schutze der Einwohner und deren Sachwerte. Sie ist seit Beginn dieses Jahrhunderts bemüht, ihre Einsatzfreudigkeit, Zuverlässigkeit und Schlagkraft zu erhalten und laufend zu verbessern. Bevor es im Jahre 1901 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kam, hatte bereits 1876 eine uniformierte Feuerwehr den Feuerschutz in der Bergstadt übernommen. Zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr kam es nach einem Aufruf des damaligen Bürgermeisters König, wonach sich am 19. September 1901 im "Hotel Rathaus" 35 Männer trafen und unter dem Vorsitz des Kaufmanns Prüvert die Gründung der Wehr beschlossen. Die sieben Monate später aus 60 aktiven Mitgliedern bestehende Wehr wurde am 20. April 1902 verpflichtet und danach durch einen Kirchgang gefeiert. Im gleichen Jahr konnte mit finanzieller Unterstützung der Landschaftlichen Brandkasse Hannover eine neue Handdruckspritze beschafft werden. Im Jahre 1903 hatte die Wehr schon einen sehr guten Ausbildungsstand erreicht. Landrat Loos, der bei dem Brand Hirschhausen zugegen war, hat die Wehr für sehr tüchtig befunden und ihr für die geleistete Arbeit seinen Dank ausgesprochen. Zum 25jährigen Bestehen der Wehr wurden am 7. November 1926 im "Gebirgshotel" den noch aktiv angehörenden Männern der Wehr und dem Hauptmann Stolzheise für besondere Verdienste die Staatsmedaille für das Feuerlöschwesen durch den damaligen Bürgermeister Böttcher feierlich überreicht. Im Jahre 1930 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze. Zwei Jahre später kam eine neue 12-Meter-Leiter hinzu. Der Ortsteil Torfhaus erhielt 1937 eine Feuerwehrhilfsstelle. Hotelpächter Freudrich und 12 Mann Hotelpersonal sollten mit der im Torfhaus stationierten Handdruckspritze bis zum Eintreffen der Wehr erste Löschhilfe leisten. Die Jahre 1939 bis 1945 brachten für die Wehr neue Aufgaben. Während wiederum eine große Anzahl der Männer zum Kriegsdienst einberufen wurde, mußten innerhalb des Luftschutzdienstes weitere Aufgaben übernommen werden. Im Jahre 1944 wurden dann auch die Frauen zum Feuerwehrdienst herangezogen. 35 von ihnen stellten sich freiwillig zur Verfügung. Sie waren mit besonderem Eifer und Dienstfreudigkeit bei der Sache. Nach Kriegsende wurde die Wehr neu aufgebaut. Besonders die jüngeren Kameraden, die im Krieg auch zum Feuerwehrdienst herangezogen waren, stellten sich freiwillig der Wehr wieder zur Verfügung. Die bis zum Frühjahr 1948 mit Hornsignal und Sturmleuchten betriebene Alarmierung erfolgte von nun an mit einer elektrischen Sirene, die auf dem Haus des damaligen Stadtbrandmeisters Aderhold, Oberstraße 14, angebracht wurde. Geplant wurde der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Das Gerätehaus an der Breiten Straße neben der Brauerei Kolberg entsprach längst nicht mehr den Anforderungen. Aber bis zum Neubau eines Gerätehauses sollten noch einige Jahre vergehen. Im Jahre 1951 wurde, um der Wehr die Wasserzufuhr zu erleichtern, eine Tragkraftspritze beschafft. Sie liefert in der Minute 800 l Wasser. Endlich im Jahre 1952 wurde dann das lang erwartete Löschfahrzeug beschafft. Da ein Neubau des Feuerwehrgerätehauses noch auf sich warenließ, mußte es im alten Gerätehaus an der Breiten Straße untergebracht werden. Doch endlich 1956 konnte man das Richtfest eines neuen Gerätehauses in der Oberstraße feiern. Die Erdarbeiten für den Neubau wurden in Eigenleistung durchgeführt. Da Altenau im Haupteinzugsgebiet der Okertalsperre liegt, oblag der Wehr auch in verstärktem Maße der Wasserschutz, z. B. Ölabwehr, eine Folge des verstärkten Einbaus von Ölheizungen mit der Lagerung von Heizöl. Die Zahl der Öleinsätze nahm zu, was wiederum zur Folge hatte, daß die Altenauer Wehr mit einem Ölschadenanhänger ausgerüstet wurde. Dazu gehörte auch ein Schlauchboot mit Außenbordmotor. Im Rahmen der Technisierungen der Feuerwehren und um die Schlagkraft und Schnelligkeit der Wehr zu erhöhen, wurde 1968 ein Tanklöschfahrzeug beschafft. Diese Neuerung stellte aber die Kameraden der Altenauer Wehr wieder vor ein neues Problem. Das Gerätehaus war zu klein. In Eigenleistung wurde ein Erweiterungsbau geschaffen: man baute eine Garage an. Durch die Entstehung des Ferienparkes mit seinen Hochhäusern auf dem Glockenberg wurde die Beschaffung eines neuen Gerätes notwendig. Altenaus Feuerwehr erhielt eine nagelneue 30m-Leiter mit Rettungskorb. Sie hat eine Steighöhe von 30 Meter. Aber nun war wieder einmal guter Rat teuer. Wohin mit dem guten Stück? Das Gerätehaus an der Oberstraße war zu klein und für einen Anbau kein Platz. Als Notlösung mußte daher vorerst eine Garage auf dem Glockenberg benutzt werden. Natürlich war dies ein haltloser Zustand. So wurde der Bau einer neuen Feuerwache beschlossen. Doch bis es soweit war, floß noch viel Wasser die Oker hinab. Nach vielen Verhandlungen mit den verschiedensten Behörden gab es dann endlich grünes Licht für den Neubau der Feuerwache Altenau und gleichzeitig auch für den Bauhof Altenau. Im Frühjahr 1978 erfolgte der erste Spatenstich und nach einer sehr flotten Bauzeit von nur neun Monaten war der Bau vollendet. Am 13.12.1978 konnten die Kameraden mit ihren Fahrzeugen von der Oberstraße in die Große Oker umziehen. Am 1. Weihnachtstag morgens um 5 Uhr mußte dann schon der erste Einsatz aus der neuen Wache gefahren werden. Es brannte das Baulager des Radaustollen in der Romke. Am 13. Januar 1979 wurden dann die Feuerwache und der Bauhof in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und aller Feuerwehrleute in einer Feierstunde ihren Bestimmungen übergeben. Das neue Feuerwehrhaus wurde nach den neusten Gesichtspunkten gebaut und man kann sagen, es ist das schönste und modernste in der näheren und weiteren Umgebung. Die Feuerwehr verfügt nun über eine Fahrzeughalle, in der sie fünf Fahrzeuge unterstellen kann, eine kleine Werkstatt, eine Kleiderkammer und einen Schulungsraum von fast 70 qm. Der Fahrzeugbestand beträgt zur Zeit: 1 VW-Bus - welcher in Eigenleistung hergerichtet und von Spenden und aus Mittel der Kameradschaftskasse finanziert wurde - , 1 Tanklöschfahrzeug Bj. 1968, 1 Löschgruppenfahrzeug Bj. 1964, 1 Kraftdrehleiter 30m Bj. 1973 und 1 Tragkraftspitzenfahrzeug Bj. 1979. Dieses Fahrzeug wurde als Ersatz für einen alten Lkw angeschafft, der schon 26 Jahre alt war. Seit dem Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Altenau mußten die Kameraden zu ca. 900 Einsätzen ausrücken. Das war ein kleiner Überblick der Freiwilligen Feuerwehr Altenau. Wir wollen hoffen und wünschen, daß das 10. Altenauer Heimatfest für alle Bürger und Gäste ein voller Erfolg wird. Getreu unserer Tradition wollen wir fernhin unserer Bergstadt und Heimat dienen und Grüßen mit einem

Oberharzer Glück-Auf!


Ihre Freiwillige Feuerwehr Altenau / Oberharz
Horst Müller, Stadtbrandmeister


Inzwischen ist schon viel Wasser in der Oker geflossen und es ist auch vieles passiert. Nun hat das sagen der Stadtbrandmeister Walter Gerasch und viele neue und junge Einwohner der Bergstadt Altenau tun ihren Dienst für eine - GUTE SACHE -.
Die Technik ist auch fortgeschritten und es gibt immer was neu zu tun.



® H. Limburg
2000